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Der Börse einen Schritt voraus von Peter Lynch – Buchrezension

Du möchtest in Aktien investieren? Allerdings hast Du bisher keine bis wenige Erfahrung in diesem Bereich? Mit dem Buch „Der Börse einen Schritt voraus“ stellt der frühere Manager des Magellan Fonds von Fidelity Peter Lynch vor, was wir von einer bestimmten Aktie erwarten können und was eben nicht.  In diesem Artikel stelle ich dir den Inhalt des Buches genauer vor und beschreibe die 6 Kategorien für die Einordnung von Unternehmen nach Lynch.

Der Börse einen Schritt voraus – Peter Lynch

1989 veröffentlichte Peter Lynch sein erstes Buch „Der Börse einen Schritt voraus“. Nicht nur in den USA machte die Aktienkultur daraufhin einen gewaltigen Sprung nach vorne. Auch in Deutschland schlug sein Werk große Wellen.

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Die Wirtschaft hat sich in den 30 Jahren seit der Erstveröffentlichung stark verändert. Allerdings erklärt der Autor die Grundlagen von Investments grundlegend anhand zahlreicher Beispiele. Viele dieser Beispiele existieren heute nicht mehr oder wurden aufgekauft. Doch gelingt es ihm, durch diese Beispiele das Grundgerüst zu verdeutlichen, sodass es auch heute noch als Heiliger Gral für den Einstieg in die Aktienwelt gilt.

Nicht unerheblich dafür ist der unterhaltsame und leicht verständliche Schreibstil des ehemaligen Magellan Fonds Manager. Er beschreibt, wie wir Unternehmen selbst erkennen können, in die es sich zu investieren lohnt.

Die 6 Kategorien von Unternehmen

Im Jahr 2016 gab es in Deutschland knapp 3,5 Millionen Unternehmern mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1929/umfrage/unternehmen-nach-beschaeftigtengroessenklassen/)Trotz dieser beträchtlichen Zahl, gleicht hier kein Unternehmen dem anderen. Wie sollen wir uns trotzdem für ein Aktienportfolio mit einigen wenigen dieser Unternehmer entscheiden?

Für die richtige Entscheidung benötigen wir eine grobe Unterteilung der Unternehmen. Peter Lynch beschreibt in seinem ersten Buch die 6 Kategorien von Unternehmen. Anhand dieser gelingt es uns, herauszufinden ob sich die Investition lohnt oder ob wir doch lieber eine andere Wahl treffen sollten. Daraus ergibt sich noch ein zusätzlicher Nutzen: Anhand davon, können wir erkennen, welche Zusammensetzung des Portfolios sinnvoll ist. Diese Kategorisierung stelle ich dir jetzt vor.

1. Langsam wachsende Unternehmen oder Slow Growers

Langsam wachsende Unternehmen haben ihre schnell wachsende Phase oft schon hinter sich. Sie wachsen etwa so schnell wie die Wirtschaft. Also etwa um 2-3 Prozent jährlich. Im Großen und Ganzen fallen in diese Kategorie Unternehmen, die im Markt bereits gut etabliert sind. Sie zahlen regelmäßigen Abständen Dividenden aus, die für die Aktionäre in dieser Kategorie oft die beste Wahl sind. Diese Dividenden orientieren sich meist am Gewinn der Unternehmen. Deshalb handelt es sich um relativ stabile Kurse mit attraktiven Dividenden. Peter Lynch selbst investiert in diese Kategorie selten.

2. Unternehmen mit mittlerem Wachstum oder Stalwarts

Unternehmen mit mittlerem Wachstum haben Jahre mit schnellem Wachstum hinter sich und wachsen nun langsamer. Hierunter fallen große Konzerne wie Coca-Cola, Apple oder auch Nestlé. Außerordentlich hohe Wachstumsraten können wir hier nicht mehr erwarten, allerdings wachsen sie dennoch mit über 5 bis 12 Prozent pro Jahr kontinuierlich. Selbst in Krisenzeiten.

Für ein Halten dieser Unternehmen über Jahrzehnte hinweg in unserem Aktienportfolio rechnen sie sich meist kaum. Allerdings können wir mit Aktien daraus innerhalb von 1 bis 2 Jahren Profite bis zu 50 Prozent erwirtschaften. Peter Lynch hatte in seinem Portfolio stets Unternehmen dieser zweiten Kategorie.

3. Schnell wachsende Unternehmen oder Fast Growers

Unter diese Kategorie fallen meist kleine Unternehmen. Sie können Wachstumsraten von 20 bis 25 Prozent jährlich verbuchen. Schnell wachsende Unternehmen müssen nicht unbedingt in einer schnell wachsenden Industrie zu finden sein. Auch in langsam wachsenden Industrien wie der Hotellerie sind sie zu finden. Peter Lynch beschreibt im Buch das Beispiel Marriott und Anheuser-Busch. Obwohl sie in der Hotellerie und Bierbrauerei angesiedelt sind, erzeugten sie ein durchschnittliches Wachstum von über 20 Prozent. Es gelang ihnen durch den Gewinn von Marktanteilen von ihren Wettbewerbern.

In dieser Kategorie sollten wir darauf achten, dass die Unternehmen starke Bilanzen und Gewinne vorweisen können, damit sich die Investition wirklich lohnt. Zudem sollten wir uns im Klaren sein, wie viel wir für das weitere Wachstum der Unternehmen zahlen möchten.

Peter Lynch investierte in die Aktien der Fast Growers regelmäßig.

4. Zyklische Unternehmen oder Cyclicals

Bei den vorherigen 3 Kategorien handelte es sich um Unternehmen, die stetig wachsen. Dies ist bei zyklischen Unternehmen nicht der Fall. Nach einer Wachstumszeit bewegen sich die Aktienkurse nach unten, bevor sie sich wieder steigern. Hier liegt vor allem für Anfänger die Krux, denn diese Kategorie wird größtenteils mit den Stalwarts verwechselt. Hier finden sich häufig die bekannten Unternehmen, die als besonders stabil und sicher angesehen werden.

Damit sich unser Investment darin lohnt, ist es wichtig, dass wir den richtigen Zeitpunkt abwarten. Cyclicals bewegen sich meist mit der Wirtschaftslage. Ist diese gut, steigen die Werte. Befinden wir uns in einer Krisenzeit, sinken sie Kurse. Viele Beispiele für diese 4. Kategorie finden sich in der Automobilindustrie oder in der Luftbranche.

Peter Lynch warnt vor allem die Anfänger vor Investments in zyklische Unternehmen. Hier können wir unser Geld am schnellsten verlieren.

5. Turnarounds

Die Turnarounds sind ähnlich der zyklischen Unternehmen. Allerdings schwanken diese Kurse sehr stark nach oben und unten – sogar bis zur Insolvenz. Beispiele hierfür lassen sich häufig finden. Zum Beispiel größere Banken nach der Finanzkrise im Jahr 2008 oder Unternehmen, die sich erst stark ausbreiteten, um dann wieder zu ihrem Kern zurückzukehren wie E.on oder Bilfinger.

Laut Peter Lynch sind Turnarounds die größte Chance auf einen hohen Gewinn und zugleich sehr riskant. Wenn wir darin investieren wollen, benötigen wir ein grundlegendes Verständnis darüber.

6. Asset Plays

In diese Kategorie fallen Unternehmen, die vom Markt noch unterschätzt werden, aber viele Vermögenswerte besitzen. Diese Assets haben häufig mehr Wert, als das Unternehmen an sich. Vermögenswerte werden trotz der vielzähligen Analysen nicht vorm breiten Markt erkannt. Wenn wir davon wissen, ergibt das eine gute Investitionsmöglichkeit. Wichtig hierbei ist, den richtigen Zeitpunkt abzugreifen. Das größte Potenzial steckt darin, wenn der große Markt in absehbarer Zeit die versteckten Assets erkennt und damit die Werte steigen lässt. Liegt dieser Zeitpunkt weiter in der Zukunft, wird der Vorteil des frühen Investments geringer.

Für diese Kategorie benötigen wir deshalb auch fundierte Kenntnisse über den großen Markt und auch darüber, wie wir die versteckten Vermögenswerte frühzeitig erkennen.

Über Peter Lynch

Peter Lynch wurde am 19. Januar 1944 in Boston geboren. Übrigens habe ich auch am 19. Januar Geburtstag. Wenn das mal kein Zeichen ist.

Nach seinem Studium war er für den Präsidenten von Fidelity Investments als Caddie tätig. Anschließend machte er dort ein Praktikum. Nach dem Wehrdienst kehrte er zurück und bekam eine feste Anstellung bis er 1977 der Verwalter des Investmentfonds Magellan Fund wurde. Der Fond hatte damals Anteile über 19 Millionen US-Doller ausgegeben. 6 Jahre später erreichte er dank Peter Lynch die Milliardengrenze. Bereits 1990 trat Lynch als Fondsmanager zurück und ging in seinen wohlverdienten Ruhestand. Er war damals gerade einmal 46 Jahre alt.

Er schaffte es in seiner Zeit als Fondsmanager, das Vermögen des Fonds auf über 14 Milliarden US-Dollar zu heben. Die Rendite lag durchschnittlich bei 29,2 Prozent jährlich.

In seinen Büchern beschreibt er seine Strategien und seine Erfahrungen, wie der Börsenmarkt funktioniert. Einfach verständlich und bildhaft erklärt, sodass sich auch Anfänger dadurch ein Fundament an Wissen aneignen können.

Fazit zu „Der Börse einen Schritt voraus“ von Peter Lynch

Das erste Buch der Aktienlegende Peter Lynch ist ein zeitloses Buch. Er stellt mit anschaulichen Beispielen den Aktienmarkt dar. Damit gelingt es selbst Anfängern, Investitionen abzuschätzen und zu erkennen, was sie von der Aktie erwarten können. Auch wenn das Buch vor 30 Jahren geschrieben wurde – die Börse spielt heute noch nach denselben Regeln. Fortgeschrittene lernen ebenfalls aus den 6 Kategorien.

Ich hatte besondere Aha-Erlebnisse. Peter Lynch beschreibt mehrere Aktien, von denen ich nie gehört hatte. Die Analyse dieser Aktien ähnelt jedoch sehr manchen modernen Aktien.Woran liegt das? Eben an den oben aufgeführten 6 Kategorien? Die Aktien darin sind austauschbar, die Kategorie bleibt und ist zeitlos.

Auf gute Investments – Timo Geißelbrecht

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