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Was ist für mich persönlich die beste Geldanlage?

Diese Fragestellung beinhaltet schon ein äußerst wichtiges Wort: „Persönlich“. Immer wieder werde ich nach der „besten Geldanlage“ gefragt. Darauf antworte ich immer gleich: „Es kommt darauf an“. Auf was kommt es denn an?

Ziel

So banal dies nun klingen mag: Was ist denn das Ziel der Investition? Was soll mit der Geldanlage erreicht werden? Was ist nicht zu tolerieren? Ist das Ziel genau definiert, kann über die Umsetzung nachgedacht werden. Dabei gilt es die Vor- und Nachteile jeder Geldanlage genau abzuwägen. Folglich gibt es keine „beste Geldanlage“, aber natürlich Produkte, die gut zum Ziel passen können. Auf Beispiele gehe ich im Anschluss ein.

Welche Komponenten sind wichtig für eine sinnvolle Anlageentscheidung?

Persönliche Situation

Wie alt bin ich? Bin ich Single oder Alleinverdiener für eine Familie? Habe ich Kinder? Wird sich meine Lebenssituation in den nächsten Jahren verändern? Bin ich Arbeitnehmer oder selbständig? Folglich: Habe ich ein regelmäßiges Einkommen oder habe ich mit Schwankungen zu rechnen? Habe ich hohe Fixkosten? Lebe ich in Miete oder im Wohneigentum? Habe ich ausreichend Rücklagen für unerwartete Ereignisse? Habe ich ausreichend Rücklagen für Ausgaben in den nächsten Jahren, z.B Reparaturen am Haus? Sind meine Ziele aufeinander abgestimmt?

Fazit: Die persönliche Situation ist die Grundlage für eine Investmententscheidung. Dazu kommen 3 Eigenschaften jeder Geldanlage. Richtig! Jede Geldanlage hat diese Eigenschaften.

3 Eigenschaften jeder Geldanlage:

Schwankung

Wie stark schwankt das Investment im Wert?  Beispiel Aktien: Aktien können ohne Probleme mehrere Prozent am Tag schwanken. Bei starken Korrekturen kann der Kurs auch noch massiver nach unten gehen.

Warren Buffett sagt hierzu: „Kaufe keine Aktien, wenn du nicht bereit bist, Schwankungen in Höhe von 50 % zu verkraften.“

Diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf. Oft höre ich Aussagen wie „Aktien sind keine gute Geldanlage, Aktien schwanken zu sehr.“

Diese Tatsache sollte vorher bekannt sein. Passt diese Schwankungsbreite in den Anlagehorizont des Investors, dann sind Aktien sehr wohl eine gute Geldanlage.

Kann ein Investor nicht mit den Wertschwankungen umgehen, passen Aktien folglich nicht.

Rendite

Die Rendite ist ein weiterer wichtiger Faktor. Über die Renditeerwartung können wir analysieren, ob das Ziel, welches wir erreichen wollen, realistisch ist.

Mit einem Tagesgeldkonto ist die Rendite schon festgeschrieben bzw. vorher bekannt. Aktuell sind dies bekanntlich nur knapp über Null Prozent. Wenige Tagesgeldkonten bieten 0,3 % Zinsen im Jahr. Zwar hat Tagesgeld, wie der Name schon sagt, den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit. Aber: Es bringt eben nur eine minimale Rendite die aktuell nicht einmal die Inflation ausgleicht. Folglich kann ein Tagesgeldkonto nur für Rücklagen sinnvoll sein oder aber für Ereignisse in naher in Zukunft, die keine Wertschwankung erlauben. Beispiel: In 3 Jahren läuft die Baufinanzierung aus und der Kredit soll aus dem aktuellen Guthaben abgelöst werden. Wertschwankungen wären hier fatal. Daher kann in diesem Beispiel nur eine schwankungsarme Geldanlage in Frage kommen.

Verfügbarkeit

Wie schnell kann ich das Investment wieder zu Geld zu machen? Kann ich es tagtäglich verkaufen oder habe ich eine bestimmte Laufzeit?

Vergleichen wir Immobilien mit Aktien. Um eine Immobilie zu verkaufen, können durchaus mehrere Monate vergehen. Eine Aktie dagegen ist in wenigen Minuten verkauft und zu Geld gemacht. Aber es gilt zu beachten: Bekomme ich den Preis, den ich bezahlt habe? Oder habe ich Verluste? Dieses Beispiel zeigt: Die 3 Eigenschaften jeder Geldanlage sind eng miteinander verknüpft.

Ein weiteres Beispiel sind staatlich geförderte Produkte für die Altersvorsorge. Der Vorteil liegt klar in der staatlichen Förderung. Aber das bringt auch Nachteile. Da der Staat eine Förderung für die Altersvorsorge gewährt, gibt es auch Vorgaben. In diesem Fall ist das Kapital in der Regel erst im Alter verfügbar. Dementsprechend: Ein staatlich geförderter Vertrag für die Altersvorsorge kann nicht zum Aufbau von Rücklagen geeignet sein. Logisch, oder?

Fazit:

So banal die Beispiele auch klingen. Es hat gute Gründe warum ich diese Beispiele erläutert habe. In meinen Coachings werde ich oft gefragt „was hälst du von Aktie XY!“ Dann frage ich: „Was ist das Ziel deines Investments in diese Aktie“. Oft höre ich dann Antworten wie „ein Bekannter hat die Aktie im Depot, die soll ganz gut sein oder ähnliches“. Das ist nicht zielführend.

Die Grundlage, um für dich persönlich die Antwort auf die Frage nach der „besten Geldanlage“ zu beantworten, ist das große Thema der Zielsetzung. Oft planen Menschen ihren nächsten Sommerurlaub besser als ihre finanziellen Ziele. Das ist ein großer Fehler. Ohne Plan und ohne Ziel werden Sparverträge und Finanzprodukte abgeschlossen, die dann nicht in das Konzept passen. Wie soll das auch sinnvoll funktionieren, wenn es kein konkret definiertes Ziel gibt?

Um es in anderen Worten zu beschreiben: Erst wird die Medizin gekauft, dann werden die Symptome analysiert und die Krankheit festgestellt.

Der richtige Weg ist also ein finanzielles Ziel zu definieren, im Anschluss die Strategie festzulegen und die richtigen Produkte auszuwählen.

Wie das genau funktioniert? Das lernst du im Workshop von InvestYourself mit Timo Geisselbrecht.

Bis dahin – auf gute Investments!